Gegen. Wider.
„je.,. Siehe Gottscheds Sprachkunst, in der Ausgabe!von 1752, auf der 485 Seite, u. f.
Es sind verschiedene hierin nachgefolget , obgleich an-dere, ihm widersprochen, und behauptet haben, dieseWörter wären einerlei, und man könne damit abwechseln,wie unter andern Hr. Heinze gethan hat, ül seinen An-tnerk. über die Gottsched. Gpr. Lehre 19t S.
Ich selbst habe sonst die Gotlschedische Meinung fürrichtig gehalten, und sie zu vertheidigen gesucht; Alleinich muß nunmehr gestehen, daß wirklich einige Fallesind, in welchen man diese Wörter als einerleibedeutendbrauchen, und damit abwechseln kann» So sagt man:Gegen die Gesetze handeln, und roider die Gesetze han.dein: Sich gegen die Obrigkeit auflehnen, und sich wi.der die Obrigkeit auflehnen: Gegen den Strom schwim-men, und wider den Strom schwimmen: Mit demKopse gegen die Wand laufen, und wider die Wandtaufen, u.dergl. im
Es würde also kein anderer Unterschied seyn; als1) erstlich/ daß das Wort gegen, zuweilen auch einefreundschaftliche Bedeutung hat, welche das Wort wi-der niemals annehmen kann. Viel Zuneigung, liebe,Freundschaft, Gewogenheit gegen jemand haben. Hierkann man nicht mit wider abwechseln und sagen: VielZuneigung, Liebe, u. si w^ wider jemand haben.
2) Zweitens, so ist die Bedeutung des Wot'tss ge-gen, in dem Mehresicn zusammengesetzten Wörtern, ge-linder als die Bedeutung des Wortes wider, Gegner,Gegen part, und dergl. sind nicht so hart, als Wi-dersacher, Widerpart- Der beste Freund kann ineiner Sache unser Gegner seyn, wenn er Nicht einerleiMeinung mit uns hat, aber er ist deöwegeU nicht UnserWidersacher. Bei den Disputationen, auf hohettSchulen ist der Opponens, der Gegner oder Gegenspart des Respondentett, nicht aber sein Widersacher
oder