Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Held. Acker, Angcr. 147

berufen seyn, ohne deswegen, den Namen eines be-rühmten Künstlers zu verdienen. Bisweilen leuchtMan auch das Wort berufen, in einem ganz gleichgül-tigen Sinn, bloß um dadurch anzuzeigen, daß eineSache bekannt sey, und viel davon geredet werde. Mansagt z. E. In Schlesien ist das Mährchen vom Rübe-zahl, sehr berufen.

Es kaun aber auch in einem bösen Sinn genommenwerden, und man kann ganz wohl sagen: Er ist schon we-gen seines Geizes berufen, oder: Er ist überall berufen,als ein Mensch, auf welchen man sich nicht verlassenkann, der weder Treue noch Glauben halt, und dergl.

Verrufen und beschreien, haben allemal einenachtheilige und schlimme Bedeutung. Man sagt; Ein-verrufener Dieb, ein verrufener Bösewicht. Ansolchem Verstände braucht auch Moser dieses Wort, inseinen Reliquien, a. d. 16?. S. dis fagr der so ver-rufene Machiavell. Dio und noch niedreres vongleichem Inhalt. Ein beschriebenes Weib. Mes.salina ist wegen ihrer Unzucht, und Nero wegen seinerGrausamkeit befchrien. Und zwar scheinetzwischen die-sen Wörtern, der Unterschied zu senn, daß das erste nochetwas gelinder ist, und bloß, einen Übeln Ruf, oderbösen Namen anzeiget, daß viel böses von einer Sachegesprochen wird: Das andere hergcgen harter ist, undso etw.is Böses, oder solche Laster ausdrückt, worüberjedermann zu schreien, und zu klagen Ursach hat.

Man sagt auch verrufenes Geld, für abgesetztesGeld; Aber dann hat dieses Wort eine andere Bedeu-tung, es beziehet sich darauf, daß gemeiniglich ausgeru-fen wird, es solle solches Geld, nicht mehr gelten.

90. Feld. Acker. Anger.

eld, ist das allgemeine Wort, welches ein offenestragbares Land bedeutet, es mag solches gebauetK 2 seyn.