Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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146 Bekannt. Berufen. Verrufen. Befchrien.

das licht auf unsere Augen zu macheu pflegt, wie mandaher im Lateinischen ebenfalls sagt: 8^>1encior vociü. Ei-ne helle Stimme, ist diejenige, welche gut in die Ohrenfallt, sowie dasjenige, was hell ist, in die Augen fallt.Eine klahrc Stimme, diejenige, welch? deutlich ist, undalles genau vernehmen läßt, so wie man eine klahreSache, gleich durchsehen kann. Eine heitere Stimme,diejenige, welche nicht rauh ist, und durch keine Heiser-keit der Brust, oder andere Mangel der Sprache ver-hindert wird.

Ein heiteres Gemüth, ist ein solches, welches durchkeine Traurigkeit oder Schwermürhigkeit gleichsam ver-dunkelt ist.

89. Bekannt. Berufen. Verrufen.Beschrien.

8)^ekannr, zeiget nicht nur so etwas an, wasnicman-den verborgen ist, sondern der ganzen Welt vor Au-gen liegt, berufen und Verrüfen, scheinet besondersauf solche Dinge zu gehen, welche nicht nur bekannt sind,sondern wovon auch in der Welt viel gesprochen wird.Dcschrien, zeiget ebenfalls fo etwas an, wovon vielgesprochen wird, aber es wird nur von bösen Dingen ge-braucht, welche allen Menfchen zuwider sind, und wor-über jedermann schreiet.

Bekannt, wird sowol in einem guten, als bösenSinn genommen, ohne daß dieses Wort, der Sacheselbst, weder ein Lob noch einen Tadel beilege. Mansagt: Die bekannten äsopischen Fabeln. Das bekann-te Buch des Cicero, von den Pflichten. Der bekann-te Diebstahl, welcher an der goldnen Tafel zu Braun-schweig begangen worden, u. s. w.!

Berufen, wird bisweilen in einem guten Sinn ge-braucht, und dann drucket es etwas weniger aus, alsberühmt. Ein Künstler kann wegen seiner guten Arbeit

berufen