Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Hell. Klahr. Heiter.

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Ein klahres Wasser, dasjenige, was nicht trübe ist, woman durchsehen kann. Ein heiterer Himmel, derjenige,welcher mit keinen Wolken verdeckt ist.

Alle drei Wörter, können bisweilen von einerlei Sachegebraucht werden; Allein jegliches hat doch allemal einegewisse Beziehung, auf den Begriff, welchen es eigent»lich in sich fasset. Wenn wir sagen: Ein Heller Tag, sohaben wir eine Absicht darauf, daß er durch das Licht derSonne gut erleuchtet ist. Ein klahrer Tag, beziehet sichauf die Durchsichtigkeit der Luft, welche rein ist, so, daßwir die Vorwürfe, die um uns sind, auch von weiten deut,lich sehen können. Ein heiterer Tag, darauf, daß derHimmel von keinen Wolken oder Nebel verdunkelt ist.

Man sagt: Ein klahres Glas, und auch, ein HellesGlast RIahres Wasser, und Helles Wasser; Alleinauch hierbei hat das erste mehr eine Beziehung auf dieDurchsichtigkeit, das zweite auf die Erleuchtung der Licht,strahlen, welche dem Glase, oder dem Wasser, einen ge-wissen Schimmer zu geben scheinen. Daher werden dieseWörter sogar mit einander verbunden: Ein hell undklahres Wasser»

Wir sagen: Der Diamant ist hell, weil er im Lichte,einen gewissen Schimmer hat. Er ist klahr, weil erdurchsichtig ist.

In der uneigenttichen Bedeutung selbst, scheinet solcheBeziehung einiger Massen statt zu finden. Wir sagen:Diese Wahrheit, ist so hell als der Tag, oder, als dieSonne, und vergleichen sie also mit einem Lichre, welchesden Verstand erleuchtet, und einem jeden in die Augenfallt. DieseWührheit ist klahr, zeiget an, daß Man siegleichsam durchsehen, und sogleich ihren ganzen Zusam.menhang, und Beschaffenheit erkennen kann.

Wir sagen auch: Eine helle Stimme, eine klahreStimme, eine heitere Stimme, und eignen der Stimmegleichsam diejenige Wirkung auf unsere Ohren zu, welcheScoschl.^h. K das