Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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»44 Lieblich. Liebreich. Liebenswürdig.

87. Lieblich. Qebreich. Liebenswürdig.

tiieblicb, nennet man diejenigen Dinge, welche ange-^ nehm in die Sinne füllen, i B. Mos. z, 6. DasWeib schanete an, daß von dem Baume gut zu essen wäre,»md lieblich anzusehen. Man sagt: Diese Blumen ha.ben einen liedlichen Geruch. Diese Frucht hat einenlieblichen Geschmack. Ein lieblicher Thon. Eine lieb-liche Stimme. Eine liebliche Farbe, und dergl.

liebreich, wird nur von Menschen gebraucht, wel-che viel Freundlichkeit und Annehmlichkeit, in ihrer Ge--slchtöbildung und ganzem Betragen haben. Ein liebrei«cher Mann, ist derjenige, welcher sich gegen jedermannfreundlich bezeiget. Man sagt von einem Fürsten : Esist ein sehr liebreicher und gnädiger Fürst, wenn er dieGnade, so er beweiset, mit einer besonderen Freundlichkeitund Annehmlichkeit verknüpfet.

Liebenswürdig, wird ebenfalls nur von den Men-schen gesagt, und zwar nicht von ihrer Gestalt, sondern vonihrer guten Gemürhsbeschaffenheit. Eine schöne Person»st nicht allemal liebenswürdig: denn nur die innerli-chen Vollkommenheiten und Tugenden sind es vornehm»lich, welche den Menschen liebenswürdig machen.

88. Hell. Rlahr. Heiter.

as erste von diesen Wörtern, scheinet den BegriffemerErleuchtung, das zweite den Begriffeiner Durch-sichtigkeit, das dritte den Begriff einer Abwesenheit,derjenigen Dinge in sich zu fassen, welche eine Sache ver-dunkeln können.

Das Licht ist hell. Das Glas, oder das Wasser istklahr. Der Himmel ist heiter.

Ein hell Gemach ist dasjenige, in welches entwederbei Tage das Licht der Sonne gut hereinfallen kann, oderwelches bei Nacht, durch angezündete Lichter erleuchtet ist.

Ein