Feld. Acker. Anger. 749
nicht bearbeitet ist, aber doch zu den gewöhnlichen Zeitenpfleget bearbeitet zu werden. In den mageren Sand-landern, findet man an einigen Orten, große StückenLand, welche nur alle drei Jahr, auch wol nur alle sechsJahr besäet, aber doch allezeit zum Acker gerechnet wer-den. So nennet man auch Dorfackcr' alles Land waszu einem Dorfe gehöret, nicht nur dasjenige, was indiesem Jahre wirklich gebauet ist, sondern überhaupt al-les was zu der gewöhn!ichen Zeit pfleget gebauet zu wer-den , und es ist darunter auch dasjenige begriffen, wasin diesem Jahre, nicht gebauet oder beackert wird.
Daher kommt es, daß man im gemeinen Leben, unddem gewöhnlichen Gebrauche nach, Brachacker nichtbloß denjenigen nennet, welcher jeßo wirklich zur künfti-gen Frucht beackert wird, sondern auch denjenigen, wel-cher unbearbeitet Brache lieget. Und da das Wort Leidüberhaupt ein tragbares Land bedeutet, so ist es garnichtunrecht, Brachfeld, sowol dasjenige zu nennen, anwelchem jetzt die Bracharbeit geschiehet, als auch das«jenige, was bis ins künftige Jahr unbearbeitet lie-gen bleibt.
Auf gleiche Weise, können die Wörter Sommersfcld und Sommeracker, N>ei;enfeld undN)ci;en-acker, und dergleichen, ganz füglich eins für das anderegebraucht werden, wenn von demjenigen die Rede ist,was darauf wachset. Will man aber durch N?ei;eii5acker, Gerfrenacker, eine Beschaffenheit des Bodensbeschreiben, und anzeigen, der Boden sey so gut, daßWeizen oder Gerste darauf wachsen könne, so ist in sol-chem Verstände das Wort N)eizenfeld, (Lcrstefeldnicht gebrauchlich.
Das Wort Anger leitet Frisch von enge her, undHr. Adelung bemerket dabei, daß das Griechische «-/xscund «-/xi-t-. ein Thal bedeutet, auch die Wörter sncrs,sn^rz, snckrg, indem Latein der mittleren Zeiten, für
K z ei»