Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Scharf. Scharfsichtig. Durchdringend. 175

109. Eigennützig. Gewinnsüchtig.

Kleides hat eine Absicht, auf den Vortheil und Nutzen,welchen ein Mensch bei aller Gelegenheit zu erlange»sucht. Aber die Gewinnsucht ist schlimmer als der^lgennurz. Dc>6 etste zeiget eine Neigung und Bemü-hung an, seinen eigenen Nutzen zu befördern; Das zweiteeine unmäßige Begierde, bei aller Gelegenheit einen Ge-winn zu machen.

Ein elgennürziger Mensch, thut nicht leicht etwae,wovon er keinen Vortheil hat. Ein Gewinnsüchtiger,will au6 allen Dingen Vortheil ziehen.

Der Eigennützige, nimmt die Gelegenheit iii Achr,und brauchet sie, wo er einen Vortheil erlangen kann.Der Gewinnsüchtige, sinnet beständig darauf, undsucht nur immer sich solche Gelegenheit zu verschaffen.

Der Eigennürzige, liebet zwar den Vortheil, mehrals er sollte, aber er überleget noch dabei, ob dasjenige,was er bekommt, auch der Mühe werth sey, welche ersich darum geben muß. Der Gewinnsüchtige, scheueskeine Mühe, woraus ihm nur der geringste Vortheil zu«wächset, ja, er läßt sich oft verleiten, unanständige undunerlaubte Mittel zu gebrauchen, wenn er nur davon sei»nen Vortheil ziehet.

"O. Scharf. Scharfsichtig. Durch-dringend.

5^n dem eigentlichen Verstände, wird scharf gebrauchtvon schneidenden Werkzeugen: Scharfsichtig vonguten Augen: Durchdringend von einer Sache, welchedurch eine andere durchgehet, und eindringet. Man sagt:Ein scharfes Messer, ein fcharfts Schrverdt, u. s. w.Scharfsichtige Augen, welche in der Ferne sehen, odersolche Dinge, deutlich entdecken können, die andern dun-

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