-74 Werth. Preis. GeHall.
ben, und selten mehr ein Stück von seiner Arbeit zu habenist, so steigen dergleichen Gemählde, oft so hoch im Preise,daß der preis den N>erth übertrifft. Man kann alsonicht allemal, aus dem preis einer Sache, den^Verrhderselben beurtheilen.
Wenn die Liebhaber der Alterthümer, diesen Dingeneinen besondern lVerth zueignen wollen, so besiehet sol-cher lVerrh nur in der Einbildung, an sich selbst habensie denselben nicht. Eine goldene Münze vom Kaiser<l)rho, hat an sich selbst keinen größeren N>errh, als eineandere dergleichen vom Kaiser Attgustus; Allein weil dieersten viel seltener sind, so legen ihnen, die Sammler al-ter Münzen, auch einen weit höheren lVerrh bei, undbezahlen sie in einem viel höheren preise. Hingegen,i„ Ansehung solcher Dinge, welche uns nothwendig odernühlich sind, kann die Seltenheit den N)errh derselbenerhöhen, und erwirb nach dem Verhältnisse bestimmt,worin sie mit andern Dingen stehen. Zum Exempel:Zur Zeit eines MiSwachseS, können sechs bis acht Schef-fel Rocken, so viel werth seyn, als ein fetter Ochse, dasonst ein fetter Ochse, wohl vier und zwanzig Scheffel Ro-cken werth ist, weil sich der 5Verrh nothwendiger undnützlicher Dinge nach dem Verhältniß bestimmt, worin siemit andern Dingen stehen, und nach dem Nutzen, wel-chen wir davon haben.
Gehalt, wird in dem Verstände, worin es mit denvorigen gleichbedeutend ist, besonders von dem innerlichenWerth des Goldes und Silbers, oder anderer Metalle,und der Münzen, gebraucht. Man jagt: DasKronen-gold ist nicht so gut an Gehalt, als Dukatengold. DasSilber ist zwölflöthig, vierzehenlöthig an Gehalt. Mansagt: Diese Münze hat so viel an innerlichen lVerrh,und auch: Sie hat so viel an Gehalt. Imgleichen:Geringhaltiges Geld.
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