Werth. Preis. Gehalt. 17z
LrömmlinI gegeben. Dergleichen falsche Andacht nndSchcinheiligkeir, nennet man auch Andächrelei, diesesWort aber führet allezeit einen verächtlichen Begriff mitsich, welchen man nur dadurch zu mildern sucht, daß mal»das Wort Andacht dafür setzet, wenn man von solchenPersonen redet, denen nian einige Achtung schuldig ist.
io8. Werth, preis. Gehalt.
L^cde Sache hat einen gewissen lVerth an sich selber:Was man aber dafür bezahlet, ist der preis.
Die Nutzbarkeit oder auch die Schönheit einer Sachebestimmet ihren N)errl), aber der preis derselben, wirdoft bloß nach unserer Einbildung gesetzt. Mai, bezahletbisweilen eine Sache in hohem preise, weil sie selten ist,ohngeachtet sie weder Nutzen noch Schönheit hat. Derpreis einer alten Kupfermünze, übersteiget bisweilenwohl zehcn mal den N>errh derselben, bloß darum, weilsie selten gefunden wird. Weil die goldenen Mmnzen vomKaiser Otho, so selten sind, werden sie von den iiebhabemder Alterthümer, mit einem sehr hohen preise bezahlt,ob sie gleich an sich, keinen grösseren XVerrh haben, alsandere von den damaligen Kaisern.
Was wir brauchen können, dessen N)crtb wird durchden Nutzen, was bloß zur Zierde dienet, dessen N?errHwird durch die Schönheit bestimmt. Wir brauchen Ro-cken, Tuch, ieimvand, und andere Dinge zu unseremNutzen, also haben diese Dinge, einen innerlichen Merth,welcher sich nach ihrer Nutzbarkeit, oder n^ch ihrem Ver-hältniß mit andern Dingen richtet, wenn sich aber einMangel daran findet , steigen sie höher im preist'. Einschönes Gemählde, welches von einem geschickten Künstlerverfertiget worden, ist mehr rvcrrl?, als ein anderes, wel»ches ein schlechter Mahler gemahlt hat, darum, weil esschöner ist. Wenn aber der Künstler längstens verstor-
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