,72 Andacht. Imbrttttst. Andächtelci.
1O7. Andacht. Imbrunst. Andächtelen
?i «dacht, ist eine innerliche Erhebung des Herzens«—^ zu Gott, welche sich äusserlich durch gewisse Gebehr-den zu erkennen giebt. Sie siuder sich bei allen Pflichtende5 Gottesdienste!?. Mau nnisi andächtig seyn, bei demG.bcr, bei d?r Anhörung des göttli6)en Wortes, bei demGesänge, und in ulle» Stücken, welche beim Dienst Got-tes beobachtet werden. Ein Andächtiger, wird bei al-len diesen Pflichten, nicht nur sein Herz innerlich zu Gotterheben, sondern sich mich äusserlich so verhalten, daß seinganzes Betragen, von der innerlichen Ehrfurcht zeuge, dieer vor Gott hat, und die Erhebung seines Herzens zu ihmau den Tag lege.
^inlxunz?, wird, in so weit wie es mit Andachcübereinkommt, nur von dem Gebet gebraucht. Da hin-gegen das Wort Andacht, sich, auch auf die Anhörungdes göttlichen Worts, und andere Stücke des Gottesdien-stes beziehen kann. Es ist eine Eigenschaft des frommenBeters, welche sich nicht aussprechen, sondern nur em-pfinden laßt, wodurch die Seele sich dergestalt zu Gott er-hebt, daß su' wirklich empfindet, wie sie mit ihm umge-het, mit ihm redet, und die Versicherungen seiner Liebeempfängt.
Bisweilen braucht man auch das Wort Andachc, ineinem bösen Sinn, für Scheinheiligkeit: Er hat sich unterdie Andächtigen begebm, das ist, uuter die Secte sol«chcr Leute, die einen besonderen Schein der Frömmigkeithaben wollen. Und einige übersetzen daher auch das fran-zösische Wort un cicvnt, welches ebenfalls bisweilen in ei-nem böfen Sinn genommen wird, durch : Ein Andäch-tiger. Ludewig der vierzehnte, wurde in den leßtenIah-reu seines Lebens ein Andächtiger. Er ergab sich in sei-nem Alter der Andacht. In den Nachrichten, zu demleben der Frau von Maintenon, finde ich es durch ein
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