Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Einbildung. Hochmuth. Stolz. Hoffarth.:c. 177

imgleichen, wer allezeit auf den Grund einer Sache ge-het, ohne sich bei den Nebendingen aufzuhaken, vondem kann man fagen, er hat einen durchdringendenVerstand.

Alle drei Eigenschaften / sind gemeindlich mit einan-der verknüpft, aber die eine pflegt doch allezeit, einenge«wissen Vorzug zuhaben, so, daß ein Mensch die Schar-fe, oder die Sckarfftchrigkeit, oder das Durcbdnn.gende, des Verstandes, in einem höheren Grad besitztals der andere.

in. Ginbildung. Hochmuth. Stolz.Hoffarch. Aufgeblasenheit. Dün-kel. Eigendünkel.

<^>ie Einbildung bestehet in einer allzu guten Meinung,^ welche ein Mensch, von sich selbst und seinen Ver-diensten hat. Der Hochnnitl) ist eine Begierde, sichüber andere zu erheben, und mehr zu seyn, als man inder That ist. Der Stolz bestehet in der wirklichen Er-hebung über andere, welche man gegen sich selber geringschätzet. Die Hoffarrt? hat den Hechmuth zum Knin,de/ und bestehet in einer ausserlichen Prucht, wodurchman sich über seinen Stand zu erheben, und bei andernein Ansehen zu erwecken sucht. Die Aufgeblasenheit,ist aus Einbildung, ^ochmurk, Stolz und Hof-fartl) zusammen geseßet und der höchste Staffel davon.

Ein eingebildeter Mensch, eignet sich selbst, gewissegute Eigenschaften und Vorzüge zu, welche er in derThat nichr hat.

Ein Hochmütbiger, kann wirklich Vorzüge undgute Eigenschaften besitzen, aber er will eben deswegenmehr seyn als er ist, und sucht sich über andere zu erhe-ben.

Ein Stolzer, erhebet sich wirklich mehr als er thunsollte. Weil er einige Vorzüge besitzet, so siehet er dieje-Srofch l.-Tb. M nigen,