Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
Seite
305
Einzelbild herunterladen
 

Stecken. Stechen. 555

Wörter begangen werden. Man sagt vielfältig! Ichweis nicht, in welchem Winkel du gestochen hast, daes doch hetssen müßte, gcstcckcr hast. G'csroclxi», istganz widersinnisch, denn in einen Winkel kann manmchcstechen, aber man kann in einen Winkel I?sic.!'>.'c wer-den. Jmgleichen sagt man: Eine Nadel .^stechen füranstecken. Die Nadel sticht, wenn sie wehe thut, oderwenn sie ein Loch in eine Sache machen soll. M.,n stichtmit der Nadel Löcher in das Papier, aber sie stehet,wenn sie eine Sache anheften soll. Eben so unrichug istes zu sagen: In die Tasche stechen, in den ^ack ste-chen, durch das Loch stechen, u. s. w.

Von der Bezeichnung eines Lagers, findet man bei-de Wörter gebraucht: Ein Lager abstechen, uud auch,abstecken: Das Lager ist an dem Orte abgestochen,und auch, es ist abgestecket worden. Vieiieichr kannbeides recht seyn. Wenn ein Graben um das Lager ge-macht wird, so möchte mau von dieser AusstechungdesGrabens, richtiger sagen, das Lager abstechen.

Hingegen, wenn der Umfang nur mit Pfählen be.zeichnet wird, welche in die Erde gesteckct werden, somöchte man richtiger sagen, abstehen. Da der Ge-brauch, beides eingeführet hat, so kann man auch bei-des gelten lassen.

Anmerkung, Stechen, ist ein unrichtiges Zeitwort, undhat in der jüngstvergangenen Zeit, oder impcrtrNo, ,'ckstach/ und im r>erte6tc>, ick bade geftocken. Sk>c>^>i,ist ein richtiges Zeitwort, und Hit: Ick sieckte. Ickhabe gesiecr'ct. Siehe Gottscheds «Sprackkunst. Frisch nu,chczwar den Unterschied, daß er sagt, wen» flecken ei» i-6r>vmnist, sv habe es! Jch ftvckre, wenn es aber >-n Heilem» ist-Ick siack. Allein ich kann ihi'i hierin nicht Bcifall qeben, zu-mal da ich finde, daß er in Ansehung des im>?e, 5c6ri und per-kec-ti bei einiqen verkis irret. Er sa.'.t z, E. vo» Hinken , es ha-be im perlcätc,, ick habe gehunken, worin i!'M gewiß nie-mand nachfolgen wird. Und ob gleich Geliert selbst, das im-

SrOsch I. TH. U pcrseÜum