Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Zv6 Mittel. Weg.

peit-Hum, ick stack, gebrauchet hat. Siehe Gallerts Fabeln,l Th. Seite uz.

Ein armer Schiffer srack in Schulden.So dünkt mich doch, man könne sicherer Gottsched folgen, und sey den Regeln der Sprachkunst gemasser, zusagen: Icksteckte. Hätre da« vcrlnim, si'eckett, im ili>verft.6to ick stack,so wäre es ein unrichtiges verbum, und man müßte folglich imxcrt'^r» sagen, ick habe gestocken, eben wie, ick srack,ick babe gesiockcn. Ick spr^ck, ick habe gesprocl?en,weil alle unwichtige Zeilwörter, die im impcrteLto cinsyllbigfind, im pei fec^o, en haben. Siehe Gottscheds Sprachkunst.Eben daraus aber, weil man'im pertccw nicht sagen kann:Icii habe gestocken. Er hat in Schulden gestocken, folgernothwendig, daß man im imr-ertecto nicht sagen könne: Ickstack, sondern sagen müsse, ick steckte.

179. Mittel. Weg.

it diesen Wörtern zeiget man bisweilen dasjenige an,was uns zu>em Besitz einer Sache, oder zn Er-reichung unserer Absichten verhelfen kann. Und nur indiesem Verstände sind sie gleichbedeutend. Aber ein Mit-tel, wodurch wir unseren Endzweck erreichen, drücket dieHandlung, und dasjenige selber aus, was wir zu demEnde thun. Ein lVeg hingegen , wodurch wir zu un-serem Endzweck gelangen, drücket die Art und Weise aus,wie wir es ansangen. Fleiß und Arbeitsamkeit, ist einMittel, zu Ehrenstellen zu gelangen, und wer ein ge-ringes Amt treulich verwaltet, der erwählet den rechtenlVeg, in ein höheres zu kommen.

Beide, der lVeg und das Mittel, können rechtoder unrecht, gut oder böse seyn, wenn man aufihreBe-schaffenheit selber siehet: So sagt man: Sich durch unge-rechte Mittel bereichern: Durch unrechte tVege in einAmt kommen, u. s. w. Bisweilen aber beurtheilet mandas Mittel, nur nach dem Ausgange, den 5Veg hinge-gen nach dem, was Recht oder Unrecht ist. Man nen-net ein gutes Mittel dasjenige, wodurch wir gewiß zuunserem Zweck kommen: Einen guten N>eg aber denje-nigen,