zi4 Versöhnen. Vertragen. Aussöhnen.
Wenn man sagte: Die deutschen Gesellschaften) zuGöttingen und Leipzig , haben sich vereiniget, eine neueGrammatik zu schreiben, so würde solches Heisien: Siewollen mit gestimmten Kräften daran arbeiten. Herge-gen: Diese Gesellschaften haben sich verglichen, heißt:Sie haben ihre Streitigkeiten beigelegt, und kommen nunin ihren Meinungen überein.
Wir vereinigen verschiedene Schriftsteller, wenn wirsie zu einerlei Endzweck gebrauchen, und aus dem , wassie gesagt haben, einerlei Wahrheit beweisen. Wir versgleicher» sie, wenn wir den Widerspruch heben oder auflö-sen, welcher unter ihnen zu seyn scheinet, und zeigen, daßsie wirklich einerlei Meinung haben.
Man siehet gleich, daß in diesem Verstände, das Wortvergleichen, nichc herkommt von gleich, limüi^ son-dern von gleich, squus, r>Isnn8, und so viel Heisie, alsdas lateinische conciliaic. In einem andern Verständesagt man auch: Schriftsteller mit einander vergleichen,wenn man dasjenige, was sie geschrieben haben, gegeneinander halt, und urtheilet, welches das Beste sey. Dannheißt es so viel, als comr>srgrs.
-85. Versöhnen. Vertragen. Aus-söhnen.
an kann diese Wörter auf zweierlei Weise brauchen,und sagen: Ich habe mich mit jemand versöhnet,vertragen, ausgesöhnet; Und auch: Ich habe an-dere versöhnet, vertragen, ausgesöhnet, welche inHaß oder Feindschaft gelebet hatten.
Versöhnen, gehet mehr auf die innerliche Gemüths-beschaffenheit und Gesinnungen des Herzens. Vertra-gen, mehr auf die äußerliche Aufführung.
Man Versöhner sich mit jemanden, wenn man denHaß, oder die Feindschaft, welche man gegen ihn hatte,ableget, und freundschaftlich gesinnet wird. Man ver-
traget