Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
Seite
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Tempel. Kirche..

Der Unbeständige, meinet es zwar anfangs ernstlichund gut, aber seine Gesinnung dauret nicht lange, nachund nach wird seine Freundschaft erkalten. Der Verän-derliche, ist zu einer Zeit recht hitzig in seiner Freund-schaft, und zu einer andern ganz kal> sinnig. Heute wirder seinem Freunde alles zu Gefallen chun, und morgenwieder alles abschlagen, bis hernach eine Zeit kommt, daseine Freundschaft gleichsam von neuen erwachet.

Der leichtsinnige Mensch, nimmt weder ein Glücknoch ein Unglück sehr zu Herzen. Der Unbeständige,kanndabei eine grosse Freude oder Traurigkeit empfinden,allein sie dauret nicht lange. Der Veränderliche, freuetsich einen Augenblick über ein Glück, das ihm begegnet,und gleich darauf hat er es wieder vergessen, bis etwasvorfallt, welches ihm das zugeflossene Glück aufs neue indie Gedanken bringet, und also seine Freude erneuret.Eben so verhalt er sich auch bei dem Unglück, bald ist ertraurig, bald giebt er sich wieder zufrieden.

i88. Tempel. Rirche.

/Kin Gebäude, welches dem öffentlichen Gottesdienste^ gewidmet ist, nennen wir einen Tempel und auch«ine Kirche.

Tempel, ist allgemeiner, und wird auch vondenheid-nifchen Götzentempeln gebraucht. Airche, sagt man nurunter den Christen, von denen Gebäuden, in welchen siesich zum Dienste des wahren Gottes versammlen. EineZxirche einweihen, heißt ein solches Gebäude, mit gewissenGebräuchen, zum Gottesdienste widmen.

Tempel, scheinet etwas prächtiges auszudrücken, undwird daher mehr in der erhabenen Schreibart gebraucht.Airche ist gemeiner.

Das Wort Rirche, setzet man bisweilen mit andernWörtern zusammen, welche ihren Vorzug oder Bestim-mung