Teil eines Werkes 
Theil 1 (1777)
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Leichtsinnig. Unbeständig. Veränderlich. Zi?

sagt, der nicht seine gesunde Glieder hat. Man nennetauch besonders die fallende Sucht, das schwere Gebre-chen.

Wenn wir sagen: Es ist ein Fehler in dieser Rech-nung, so sehen wir damit zugleich auf denjenigen, welcherden Fehler gemacht hat. Es ist ein Ma-!gel an Ge-traide, an Brodt, und dergleichen, drücket blos die Un-volikommcnheir selber aus, daß diese Dinge nicht in sol-cher Vollkommenheit lind Menge, als sonsten vorhandensind. Dieser Mensch hat das Gebrechen an sich, heißt,er hat eine Unvollkommenst an sich, welche ihn verun-staltet, oder zu gewissen nothwendigen Handlungen un-tüchtig macht. Dal)cr kann man von den Schwachhei-ten des Alters, ganz wohl sagen: Die Gebrechen desAlters. Man sagt auch uneigentlich: Gebrechen der-Seele.

Ein Fehlerwird gemacht oder begangen. EintTIan»Ml entsiehet, oder er rühret aus gewissen Ursachen her.Ein Gebrecheu ist dem Menschen angebohren, oder erbekommt es durch besondere Alifalle.

Den Fehler kann man bisweilen verbessern: DemHlanIel kann man abhelfen: Dem Gebrechen kannselten, oder gar nicht geholfen werden.

187. Leichtsinnig. Unbeständig. Ver-änderlich.

!N leichtsinniger Mcnfch wird sich niemals mit wah-rem Ernst und Eifer auf eine Sache legen, es istnichts, was er recht zu Herzen nehmen sollte. Ein Unbe-ständiger, kann zwar im Anfange sehr hihig und ernst-lich eine Sache treiben, aber es währet nicht lange. jAr»Veränderlicher, fallt von einem auf das andere.

In der Freundschaft meinet es alfo ein leichtsinni-ger Mensch niemals recht ernstlich, er ist kein wahierFreund, und man kann ihm kein Geheimniß anvertrauen.

Der