Z26 Verschiedenheit. Unterschied. Veränderung.
nicht mit einander verwechseln wollen, so müssen wir ihrebesondere Eigenschaften genau bedachten, damit wir einenUnterschied zwischen ihnen machen können, und wir un-terscheiden sie nach ihren Eigenschaften, oder durch gewisseMerkmale, welche wir ihnen geben. Weil das Gemüthdes Menschen so beschaffen ist, daß es einerlei Sache end-lich müde wird, und nicht gerne beständig mit eben den-selben Gegenständen umgehet, so suchen wir eine Verän-derung, wir wählen uns andere Dinge zum Vorwurfunserer Gedanken, oder zu unserem Gebrauch, die mit-den vorigen keine Gleichheit haben.
Es ist eine grosse Verschiedenheit in den Speisen,welche uns die gütige Hand des Schöpfers, zu unsererNahrung gegeben hat. Wir machen einen Unterschieddarunter, wenn wir schmecken, was süß oder sauer ist, sieauf mancherlei Weise zurichten, einige für gesund, anderefür schädlich halten, und die Eigenschaften der einen, denEigenschaften der andern vorziehen. Wir lieben die Versanderung darin, weil wir einerlei Speise bald überdrüs-sig werden.
Die Verschiedenheit der Wörter ist in der Spra«ehe nöthig, wenn wir die Verschiedenheit unserer Ge-danken ausdrücken wollen. Wir machen einen Umersschied unter den Wörtern, wenn wir sie in Hauptwörter,Zeitwörter, Nebenwörter, u. f. w. abtheilen. Oder auch,wenn wir aus verschiedenen Wörtern, welche einandergewisser massen ahnlich, und gleichbedeutend sind, dieje-nigen wählen, die uns am nachdrücklichsten scheinen, undunfere Gedanken am besten zu erkennen geben. Wir lie-ben auch die Veränderung in den Wörtern und ihremKlänge, und hüten uns, daß nicht dasselbige Wort, oderderselbige Thon gar zu ofte vorkomme, weil solches demOhr unangenehm ist.
194. Ain-