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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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14 Erster Theil.

des Willens (d. i. eines durch Vernunft bestimmten Be>gehrungsvermögens). Etwas aber wollen, und an demDaseyn desselben ein Wohlgefallen haben d.i. daran einInteresse nehmen, ist identisch.

§- 5-

Begleichung der drey specifisch verschiedenenArten des Wohlgefallens.

Das Angenehme und Gute haben beide eine Bezie-hung aufdasVegehrungsvermögen, und fuhren sofern, je-nes ein pathologisch-bedingtes (durch Anreize, Ltii»,Ucis),dieses ein reines vractisches Wohlgefallen bey sich, wel-ches nicht bloß durch die Vorstellnng des Gegenstandes,sondern zugleich durch die vorgestellte Verknüpfung desSubjects mit der Existenz desselben bestimmt wird. Nichtbloß der Gegenstand, sondern auch die Existenz desselbengefallt. Daher ist das Gcschmacksurtheil bloß con-templativ d. i. ein Urtheil welches, indifferent in An-sehung des Daseyns eines Gegenstandes, nur seine Be-schaffenheit mit dem Gefühl der Lust und Unlust zusammen^-halt. Aber diese Contemplation selbst ist auch nicht aufBegriffe gerichtet; denn das Gefchmacksurtheil ist keinErkenntnißurtheil (weder ein theoretisches noch prakti-sches), und daher auch nicht auf Begriffe gegründet,oder auch auf solche abgezweckt.

Das Augenehme, das Schöne, das Gute, bezeich-nen also drey verschiedene Verhaltnisseder Vorstellungen