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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
Entstehung
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28 Erster Theil.

einen allgemeinen Beziehungspunct, womit die Vorstel-lungskraft Aller zusammenzustimmen genöthiget wird.Soll nun der Bestimmungsgrund des Urtheils über dieseallgemeine Mittheilbarkcit der Vorstellung bloß fubjectiv,nehmlich ohue einen Begrif vom Gegenstande gedachtwerden, so kann er lein anderer a,ls der Gemütszustandseyn, der im Verhältnisse der Vorstellungskräfte zu ein-ander angetroffen wird, sofern sie eine gegebene Vor-stellung auf Erkenntniß überhaupt beziehen.

Die Erkenntnißlrafte, die durch diese Vorstellungins Spiel gesetzt werden, sind hieben in einem freyenSpiele, weil kein bestimmter Begrif sie auf eine beson-dere Erkenntnißregel einschränkt. Also muß der Ge-müthszustand in dieser Vorstellung der eines Gefühls desfreyen Spiels der Vorstellungskräfte in einer gegebenenVorstellung zu einem Erkenntnisse überhaupt seyn. Nungehören zu einer Vorstellung, wodurch ein Gegenstandgegeben wird, damit überhaupt daraus Erkenntnißwerde, Einbildungskraft für die Zusammensetzungdes Mannichfaltigen der Anschauung, und Verstandfür die Einheit des Begrifs der die Vorstellungen verei-nigt. Dieser Zustand eines freyen Spiels der Er-kenntnißvermögcn, bey einer Vorstellung wodurch einGegenstand gegeben wird, muß sich allgemein mittheilenlassen: weil Erkenntniß, als Bestimmung des Objects,womit gegebene Vorstellungen (in welchem Subjecte es