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Critik der Urtheilskraft / von Immanuel Kant
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377
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Critik der theologischen Urtheilökraft. 377

erklärten sich für die Präformation; gleich als wenn esnicht einerley wäre, übernatürlicher Weifte im Anfan-ge, oder im Fortlaufe der Welt, dergleichen Formenentstehen zu lassen, und nicht vielmehr eine große Mengeübernatürlicher Anstalten durch gelegentliche Schöpfungerspart würde, welche erforderlich waren, damit der imAnfange der Welt gebildete Embryo die lange Zeit hin-durch, bis zu seiner Entwickelung, nicht von den zerstöh-renden Kräften der Natur litte und sich unverletzt er-hielte, imgleichen eine unermeßlich größere Zahl solchervorgebildeten Wefen, als jemals entwickelt werden soll-ten, und mit ihnen eben so viel Schöpfungen dadurch un-nöthig und zwecklos gemacht würden. Allein sie woll-ten doch wenigstens etwas hierin der Natur überlassen,um nicht gar in völlige Hyperphysik zu gerathen, diealler Naturerklärung entbehren kann. Sie hielten zwarnoch fest an ihrer Hyperphysik, selbst da sie an Mißge-burten (die man doch unmöglich für Zwecke der Naturhalten kann) eine bewunderungswürdige Zweckmäßigkeitfinden, sollte sie auch nur darauf abgezielt seyn, daßein Anatomiker einmal daran, als einer zwecklosen Zweck-mäßigkeit, Anstoß nehmen und niederschlagende Bewun-derung fühlen sollte. Aber die Erzeugung der Bastartekonnten sie schlechterdings nicht in das System der Prä-,formation hineinpassen, sondern mußten dem Saamender männlichen Geschöpfe, dem sie übrigens nichts alsdie mechanische Eigenschaft, zum ersten Nahrungsmittel

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