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Aelteste Buchdruckergeschichte von Bamberg : wo diese Kunst neben Mainz, von allen übrigen Städten Deutschlands zuerst getrieben worden ; aus der Dunkelheit hervorgezogen und bis 1534 fortgeführt, auch mit ein Paar Abhandlungen versehen / von P. Placidus Sprenger, Benediktiner und Bibliothekar der Abtey Banz
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uns dahin, wenn nicht der Besitzer eines eben so seltenen Mistals solchen an die innereDecke desselben angeklebt hätte.

Ich will nun noch anzeigen, was ich geleistet habe, leisten konnte. Wa6 ich imlitter. Magaz. (Koburg 1794 95) von dieser Geschichte geliefert habe, war Versuchund Aufforderung, mich, wo ich irrte, zu berichtigen, und mit neuen Beytragen zu umt.'rsiützen, damit ich das, was ich ihr thue, hatte früher thun können. Da nun diese meineErwartung wenig eingebracht, wohl aber die unverhoffte Ehre mir zugezogen hat, daß eingewisser bambergischcr Schriftsteller, besonders in Absicht auf die Reihe der Buchdruckervom Pfister bis zum Erlinger, mich wörtlich ausschrieb, ohne die Quelle zu nen-nen; so gab ich mir Mühe, mich selbst, und die mir nachgeschriebenen Fehler, sovielmöglich, zu berichtigen, und so wohl meine alte, als neue Arbeit in folgender Ordnungvorzubi ingen:

I. theile ich einen neuen Versuch einer kurzen Gefchichte vom Ursprung und Fortpflan-zung der Buchdruckerkunst mit, indem die alte Meinung, als hätte sich diese zuerst vonMainz aus in andere Städte Deutschlands verbreitet, durch Bamberg widerlegt wird.

II. liefre ich die Geschichte der Buchdruckerkunst zu Bamberg bis 1528, wo ich mirfreilich mehr Reichthum an Materialien gewünscht habe.

I!I. folgen die Annalen der ältesten und ältern Buchdruckergeschichte Bambergs vomAnfange bis 15Z4. Da veroffeubaret sichs, daß Albrecht Pfister die erste lateirwsehe Bibel zu Bamberg, noch vor der Mainzer herausgegeben; daß er die ersten deutschenBücher geliefert, und mit illuminirten Holzschnitten geziert; daß Johann Sensen-schmidt sich fast einzig mit dem Druck liturgischer Werke abgegeben habe. Da diesesFach für den Liebhaber der Kirchengeschichte nicht ohne Reiz und Nuhen ist, so hielt ich esfür Pflicht, die solchen Werken beygefügten Bischöflichen Schreiben dem Leser vorzulegen,um daraus den Geist der Zeiten zu erkennen, und die Denkungöart der spätern damit zuvergleichen.

Man wird finden, daß, ehe der Glaube an Hexen und Zauberer überband genom-men, und unberuffcne Exorcisten den Teufel überall mit ins Spiel brachten, die Agendensehr einfach waren. So z. V. in der Wirzburger Agend vom I. 14 8 2, wo die vor dem

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