Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
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in die allgemeine Geschichte. 5

Weil die Religion und die Staatsverfassungzween Punkte sind, aufweichen alle menschlichenBegebenheiten beruhen: So begreift man inseinen Gedanken alles, was unter den Menschengroß ist, und halt, so zu sagen, den Faden allerAngelegenheiteil der Welt in seinen Händen, wo-fern man diese Begebenheiten in einem kur-zen Abrisse eingeschlossen betrachtet, und dieganze Ordnung und Folge davon auf einmalübersieht.

Wenn sie eine Universalkarte betrachten, soverlassen sie das Land, wo sie gebohrcn wordensind, und den Ort, der sie einschließt, um die gan-ze bewohnte Erde durchzugehen, die sie in Ge-danken mit allen ihren Meeren und Ländern fas-sen. Eben so begeben sie sich, wenn sie einenchronologischen Abriß der Historie betrachten,aus den engen Grenzen ihrer Jahre, und breitensich in alle Jahrhunderte aus.

Allein, wie man auch bey der Erlernung derErdbeschreibung seinem Gedächtnisse dadurch zuHülfe kömmt, daß man sich gewisse Hauptstädtemerkt, um die man wiederum andere in ihrer ge-hörigen Entfernung von einander setzet; so mußman eben auch in der Ordnung der Jahrhunder-te gewisse Zeiten haben, welche durch irgend einegroße Begebenheit merkwürdig geworden sind,damit man alles Uebrige dahin beziehen kann.

Eine solche Zeit nennet man eine Epoche;dieser Name wird aus einem griechischen Wortehergeleitet, welches stillestehen bedeutet, weilman sich dabey als an einem Ruheorte aufhält,um alles dasjenige, was vorher oder darnach ge-A z schchen