Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
52
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52 Bischof Bossuets Eitlleitung

Jahre nach einräumen, und welche sie von der persischen <Mre>t.MN?m. Monarchie absondern, so ist es gewiß, daß die v-Lhr. Gebheilige Schrift beyde immer zusammensetzet, undsie sehen wohl, N7onseigneur, daß außer demAnsehen der heiligen Bücher bloß die Ordnungund Folge der Begebenheiten zeigt, man müsse sichin diesem Stücke nach der heiligenSchrist richten.

Obgleich die Meder vor dem CyruS schon ge-waltig und furchtbar waren, so wurde doch ihreMacht durch die Größe der babylonischen Kö-nige verdunkelt. Allein als Cyrus durch dievereinigte Macht der Meder und Perser, überwelche er nachher durch eine rechtmäßige Nach-folge, nach dem Berichte Tenophons, geherrschthat, das Königreich der Babylonicr eroberthatte, so ist es offenbar, daß dieses große Reich,dessen ^>tifftcr er gewesen ist, seinen Namen vonbeyden Nationen erhalten müssen. Das Reichder Meder, und das Reich der Perser sind alsouur eins, obgleich der Ruhm des CyruS denNamen des persischen Reiches vor dem andernvorzüglich gemacht hat.

Mail kann mich denken, daß die Könige derMeder vor dem babylonischen Kriege bey denGriechen sehr berühmt worden sind, weil sie ihreEroberungen in Kleinasien bis an die Gegendender griechischen Pflanzstädte ausgebreitet haben.Diese haben ihnen folglich die Herrschaft überGroßasien zugeschrieben, weil sie unter allenorientalischen Königen nur die Könige der Me-der kannten. Unterdessen sind die Könige vonNinive und Babylon, welche machtiger, alsjene, den Griechen aber unbekannter waren, in

allen