68 Bischof Bossuets Einleitung
Fakire nach gieng, und sammelte die alten Nachrichten von ^ahreStM Rvm'^" Volke Gottes, um die zween Bücher der v.C'hr.Geb.' Chronika daraus zu verfertigen. Er setzte dieGeschichte seiner Zeiten hinzu, welche hernachvon dem Nehemias zu Stande gebracht wurde.Mit diesen Büchern end'gct sich die lange Ge-schichte, welche Moses angefangen hatte, unddie folgenden Geschichtschreiber ununterbrochenbis auf die Wiederherstellung der Stadt Jerusa-lem fortgesetzet haben. Der Rest der heiligen Ge-schichte ist nicht in eben der Folge beschriebenworden. Unterdeß daß Esdras und Nehemiasden letzten Theil dieses großen Werkes ausar-beiteten, sing Herodotus an zu schreiben, wel-chen die weltlichen Schriftsteller den Vater derGeschichte nennen. So treffen die letzten Ver-fasser der heiligen Geschichte mit den ersten Ur-hebern der griechischen Geschichte zusammen,und da diese anfing, so begriff die Geschichtedes Volkes Gottes, wenn man nur von denZeiten Abrahams zu rechnen anfängt, schonfünfzehn Jahrhunderte in sich. Herodorushat sich nicht darum bekümmert, in seiner Ge-schichte, die er nachgelassen hat, von den Jüdenzu reden, und die Griechen brauchten nur vonden Völkern unterrichtet zu werden , die ihnender Krieg, oder die Handlung, oder ihr großesAnsehen bekannt machte. Judäa , welches sichkaum von seinem Falle zu erheben anfing , zogihre Aufmerksamkeit nicht auf sich. In diesenunglücklichen Zeiten geschah es, daß die he-bräische Sprache aufhörte, gemein und bekanntzu seyn. Die Juden lernten wahrend ihrer
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