-44 BischofBossuets Einleitung
Iohrenach dosius allein wurde die Freude und Bewunde-^lurt.^ ''^ ganzen Erdkreises. Er beschüßte dieReligion; er ließ die Ketzer schweigen; schafftedie unreinen Opfer des Heidenthumeö ab, be-strafte die Weichlichkeit, und unterdrückte dieschreckliche Verschwendung der Reichen. Er ge-stund seine Fehler demüthig, und that Buße da-
Z90. vor. Er hörte den heiligen Ambrostus, diesenberühmten Kirchenlehrer, der ihn wegen seine«Zornes bestrafte, der das einzige Laster eines so
Z95. großen Prinzen war. Er war immer sieghaft,und führte niemals Krieg, als wenn er dazu ge-
Z96. nöthigt wurde. Er machte die Völker glücklich,und starb in Frieden, und sein Glaube machteihn herrlicher, als seine Siege. Zu seiner Zeitbegab sich der heilige Hieronymus in die heiligeGrotte zu Bethlehem , und unternahm unglaub-liche Arbeiten, die Schriftzu erklaren,las alle Aus-leger durch, suchte alle heiligen und weltlichen Ge-schichten auf, die etwas zu ihrer Erläuterung bey-tragen konnten, und verfertigte eine Uebersetzungdes ebräischen Originals, welche die ganze Kircheunter dem Namen der Vulgata angenommenhat. Das Reich, welches unter dem Theodo-sius unüberwindlich zu seyn schien, verändertesich unter seinen beyden Söhnen auf einmal.ArcadiuS bekam den Orient, und Honorius denOccident zum Antheile. Beyde ließen sich vonihren Ministern regieren, und ihre Gewalt zurBeförderung der Privatangelegenheiten derselben
M. dienen. Rufin, und Eutronzus, von denen einer
Z99. nach dem andern ein Günstling des ArcadiuSwurde, kamen bald lim, und es lief darum mit