Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
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in die allgemeine Geschichte. 145

den öffentlichen Angelegenheiten unter einem so schwa- -Mre »achchen Prinzen nicht besser. Seine Gemahlinn, Eudo- ^'A^^''xia, reizte ihn, den heiligen Johannes Chrysostomus , 'den Patriarchen zu Constantinopel, welcher das Lichtdes Orientes war, zu verfolgen. Der heilige Pabst,Innocentius, und der ganze Occident, unterstützten die-sen großen Bischof gegen den TheophiluS, den Bischofvon Alexandrien , den Beförderer der Gewaltthätig-keiten, welche die Kaiserinn ausübte. Der Occident 406.wurde von den Barbaren beunruhigt, welche ihnvon allen Orten her überschwemmten. Radagaisus,ein Gothe, und ein Heide, verwüstete Italien . DieVandalen, eine gothische und arianische Nation, nah-men einen Theil von Gallien ein, und breiteten sich inSpanien aus. Alaric, ein König der Gothen,arianischcr Völker, zwang den HonoriuS, ihnen diese,große Provinzen zu überlassen, welche schon von denVandalen eingenommen waren. Stilico, der bey 4^8«der Menge dieser Barbaren nicht wußte, wie er sichhelfen sollte, schlug sie bald, bald schonte er ihrer,bald verstund er sich mit ihnen, bald brach er wiedermit ihnen, opferte alles seinem Eigennütze auf, underhielt doch dabey das Reich, dessen er sich selbst gernbemächtigen wollte. Unterdessen starb Arcadius , undhielt den Orient für so arm an guten Unterthanen,daß er den König in Pcrsien, Jsdegerdes, zum Vor-munde seines Sohnes, Theodosius , machte, welcheracht Jahre alt war. Allein die Schwester des jun-gen Kaisers, Pulchcria, war fähig, für die öffentlichenAngelegenheiten Sorge zu tragen. Das Reich desTheodosius wurde durch die Tugend und Frömmigkeitdieser Prinzeßinn erhalten. Das Reich des HonoriuSschien, seinem Untergänge nah zu seyn. Er ließ den

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