Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
152
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152 Bischof Bossuets Einleitung

Jahre nach wurde. Odoacer, ein König der Heruler, seßte die-^brist^Ge- ^ Kaiser bald nach dem Antritte seiner Regierungab. Dieses waren Völker, welche vom schwarzenMeere herkamen. Ihre Herrschaft dauerte nichtlange. Im Oriente unterfing sich der Kaiser, Zcno,sich auf eine unerhörte Weise hervorzuthun. Er warder Erste unter den Kaisern, welcher sich in die Ent-scheidung und Bestimmung der Glaubensfragenmengte. Unterdessen baß sich die Semieutychiancrder chalcedonischen Kirchenvcrsammlung widersetzten,

482. machte er wider sie sein Henoncon, oder seinen Vcr-einigungsbefehl, bekannt, welcher von den Katholikenverabscheut, und vom Pabste, Felix, dem Dritten, ver-dammt wurde. Theodoric , der König der Ostgothcn,

48?. oder der orientalischen Gothen, vertrieb die Heruler

4.90. aus Rom, stiftete das Königreich Italien , undließ die freye Uebung der katholischen Religion zu,491. 492. ob er gleich ein Arianer war. Allein im Oriente be-unruhigte sie der Kaiser, Anastasius. Er trat in dieFußstapfen des Zeno, seines Vorgangers, und

494. schützte die Ketzer. Dadurch machte er die Gemü-ther des Volkes von sich abwendig, und konnte sieniemals wieder gewinnen, ob er sie gleich von vie-len schweren Auslagen befreyte. Italien gehorchtedem Theodoric . Odoacer, welcher in Ravenna be-drangt wurde, that den Versuch, sich durch eineilfriedlichen Vergleich zu retten, den aber Theodoric nicht hielt, daß also die Heruler gcnörhigt wurden, alleszu verlassen. Theodoric hatte außer Italien auch die

494« Provence in seiner Gewalt. Zu seiner Zeit fing derheilige BenedicruS, welcher sich in Italien in eineWüste begeben hatte, von seinen zartesten Jahren an, dieheiligen Grundsätze in Ausübung zu bringen, wor-