Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
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151
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in die allgemeine Geschichte. 151

die Kaiserinn, Eudoxia, eine Tochter des jungen Theo- Jahre nachdosius, ihn zum Gemahle anzunehmen. Sie scheute Ge-sich nicht, sich in die Gewalt des vandalischen Gen-sericö zu begeben, um nur den Handen des Maximuszu entgehen. Rom wurde ein Raub der Barbaren;der einzige heilige Leo verhinderte es noch, daß nichtalles mit Feuer und Schwerdte verheert wurde. DasVolk zerriß den MarimuS, und das war der einzigetraurige Trost, den es in seinem Unglücke hatte. Al-- 456.lcs gcrieth im Occidente in Verwirrung. Es warf 4s/.sich einer nach dem andern zum Kaiser auf; aber sienahmen alle fast zu einer Zeit wieder ein Ende. Ma-jorian war der Berühmteste unter ihnen. Avitus 458«behauptete seinen Ruhm sehr schlecht, und rettete sichdurch ein Bischofthum. Man konnte Gallien nicht mehr, weder gegen den Meroväus, noch ge-gen den Childeric, seinen Sohn, vertheidigen; die-ser aber wäre beynahe wegen seiner Wollüste umge-kommen. Seine Unterthanen verjagten ihn; allein 465.ein getreuer Freund, der ihm noch übrig geblieben war,brachte es dahin, daß er wieder zurückberufen wurde»Seine Tapferkeit machte ihn seinen Feinden furchtbar,und er drang mit seinen Eroberungen sehr tief in Gal-lien ein. Das Kaiserthum im Oriente war unter der 474.Regierung des Leo Thrax, eines Nachfolgers des Mar- 475.cians, und unter dem Zeno, dem Schwiegersöhne,und Nachfolger des Leo, ganz ruhig. Der Aufruhr 476»des Basiliskus wurde bald unterdrückt, und verur-sachte diesem Kaiser nur eine sehr kurze Unruhe.Allem das Kaiserthum im Occidente gieng oh-ne alle Hoffnung verlohren. Augustus , ein Sohndes Orestes, den man Augustulus nannte, war derLetzte, der in Rom für einen Kaiser erkannt

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