156 Bischof Bossuets Einleitung
Iahrenach den ganzen Orient beunruhigten, wurden auch ver-worfen. Diese Kirchenversammlung, welche mitschlimmen Absichten war angefangen worden, nahmein glückliches Ende, und wurde vom heiligen Stuhleangenommen, der sich anfangs dagegen geseßt hatte.555» Zween Jahre nach dieser Kirchenversammlung ver-theidigte Narses Italien , das er den Gothen abge-nommen hatte, wider die Franzosen , und trug überdie Heere Austrasiens einen vollkommnen Sieg davon.Ungeachtet aller dieser Vortheile behielte!, die Kaiser
568. Italien nicht lange. Unter dem Kaiser Justin, dem II,dem Bruderssohne des Justinian, nach dem Tode desNarses, stiftete Alboin das Königreich der Lombarden.Er nahm Meyland und Pavia weg; Rom und Ra-venna hatten Mühe, sich vor ihm zu retten, und die570.571. Römer mußten von den Lombarden außerordentlichviel ausstehen. Die römischen Kaiser stunden Rom
574» schlecht bey; die Avaren, scythische Völker, die Sa-racenen, Völker aus Arabien , und die Perser, be-drängten die Kaiser im Oriente von allen Orten her,und zwar die letzten mehr, als alle andere. Justin,welcher sich nur sich allein und seinen Leidenschaften über-ließ,wurde von denPersern,und ihrem onige,Chosroes,bestandig geschlagen. So viele verlohrne Schlachtenbeunruhigten ihn so sehr, daß er in eine Raserey fiel.
579» Seine Gemahlinn, Sophia, erhielt das Reich noch.Dieser unglückliche Prinz bekam seinen gesunden Ver-stand allzuspat wieder, und erkannte, da er starb, die
A8o. Bosheit seiner Schmeichler. Tiberius , der II, wel-chen er nach sich zum Kaiser ernannt hatte, unter-drückte die Feinde, erleichterte die Noth seiner Völker,und bereicherte sich durch seine Allmoscn. Die Siegedes Mauritius, aus Cappadocien, seines Feldherrn,
demüthig-