Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
180
Einzelbild herunterladen
 

1Z0 Bischof Bossuets Einleitung

welche, mit dem heiligen Hieronymus , der Zeitrech-nung des hebräischen Textes in unsrer Vulgata ge-folgt ist, die Zeitrechnung der siebzig Dolmetscher inihrem Martyrologio gelassen hat. Und was liegt derGeschichte daran, ob sie einige Jahrhunderte we-niger hat, oder ob sie mit etlichen vermehrt wird,in welchen man nichts zu erzählen weis. Ist esnicht genug, daß die Zeiten, wo die Data wichtigsind, bestimmte Charaktere haben, und daß die Ein-theilung davon sich auf gewisse Gründe stühet ? Undwenn selbst in diesen Zeiten ein Streit über etlicheJahre seyn sollte, so wird doch solches keine Verwir-rung machen. Wenn zum Exempel gestritten wird,ob man entweder die Erbauung der Stadt Rom ,oder die Geburt Jesu Christi, etliche Jahre früheroder später setzen müsse: So werden sie haben sehenkönnen, Monseigneur, daß dieser Unterschied we-der die historische Folge, noch die Erfüllung der gött-lichen Rathschläge stört. Sie müssen sich nur vorder Vermengung der Zeiten in Acht nehmen, weil siedie Ordnung der geschehuen Begebenheiten verwir-ret, und sie können das übrige den Steritigkeiten derGelehrten überlassen.

Ich will Ihr Gedächtniß auch nicht mit der Rech-nung der Olympiaden beschweren, ob gleich die Grie-chen, die sich ihrer bedienen, sie zur Bestimmung derZeiten nothwendig machen. Man muß nur wissen,was es ist, damit man im Falle der Noth seine Zu-flucht dahin nehmen kann. Allein, im übrigen wirdes genug seyn, wenn sie sich an die Data halten, wel-che ich ihnen vortrage, weil sie die leichtesten sind, undden besten Zusammenhang haben, und diese Datagehen von dem Anfange der Welt an, bis auf die Er-bauung