Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
183
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m die allgemeine Geschichte. 18z

sitzen, alle Uebel ausstehen müssen, die ihre Geduldüben können.

In der That, Monseigneur, man kann sichm'chrs vorstellen, was Gott anstandiger seyn sollte, alsdieses, daß er sich ein Volk erwählt hat, das einhandgreifliches Beyspiel seiner ewigen Vorsehungseyn sollte; ein Volk, dessen Glück und Unglück aufseine Frömmigkeit ankam, und dessen Zustand vonder Weisheit und Gerechtigkeit seines Beherrschersein Zeugniß abgeben mußte. Damit hat Gott denAnfang gemacht, und dieses hat er an dein jüdischenVolke bewiesen. Allein, nachdem er durch deutlicheBeweise den unleugbaren Grundsah festgesetzet, daßer, nach feinem Willen, alle Erfolge des gegenwärti-gen Lebens einrichte, so war es Zeit, die Menschen zuhöhern Gedanken zu erheben, und Jesum Christinnzu senden, dem es vorbehalten war, einem neuen Vol-ke, das aus allen Völkern der Erde gesammelt werdensollte, die Geheimnisse des zukünftigen Lebens zu ent-decken.

Sie können der Geschichte dieser beyden Völkerleicht nachgehen, und bemerken, wie JesuS Christus sie beyde mit einander vereinigt hat, weiter zu allen Zei-ten, in welchen er entweder noch kommen sollte, oderschon gekommen wir, der Trost und die Hoffnung al-ler Kinder Gottes gewesen ist.

Sie sehen also, daß die Religion vom Anfange derWelt an sich immer gleich, oder vielmehr immer ebendieselbe geblieben ist : Man hat beständig eben den-selben Gott, als den Schöpfer, und eben denselbenChristum , als den Erlöser des menschlichen Geschlech-tes erkannt.

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