214 Bischof Bossuets Einleitung
gelagert, wie ein Löwe, und wie eine Lö-winn ; wer will sich wider ihn auflehnen?ZLs wird das Scepter von Juda nicht entwen-det werden, noch ein Meister von seinen Füs-sen» bis daß der Held komme, und demselbenwerden die Heiden anhangen« Das Scepter be-heutet, das Ansehen, oder die Gewalt. Die letztenWorte dieser Prophezeihung lauten nach einer vielleichteben so alten Lesart anders, zeigen aber im Grunde mitden schon angeführten Worten einerley an; bis derje-nigekomme, dem alle Dinge vorbehalten sind.Das Uebrige ist so, wie wir es angeführt haben.
Das Folgende dieser Weissagung geht dem Buch-staben nach auf den Strich Landes, welchen derStamm Juda in dem heiligen Lande einnehmensollte. Allein, man mag diese letzten Worte, die wirgesehen haben, nehmen, wie man'will, so gehen sieauf keinen andern, als den, welcher der GesandteGottes, der Diener und Ausleger seines Willens,in dem alle Versprechungen Gottes erfüllt sind, derKönig des neuen Volkes, nämlich der Meßias , oderder Gesalbte Gottes ist.
Jacob redet nur gegen den einzigen Juda, ausdessen Geschlechte der Meßias gebohren werden sollte,ausdrücklich von ihm. Er begreift in dem Schick-sale des einzigen Juda, das Schicksal des ganzenVolkes, dessen andern Stämme nach seiner Zer-streuung wiederum mit dem Stamme, Juda, vereinigtwerden sollten.
Alle Worte der Weissagung sind klar; nur das ein-zige Wort, Scepter , könnte nach dem Gebraucheunsrer Sprache bloß für die königliche Würde genom-men werden, da es überhaupt in der heiligen Spra-che