Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
229
Einzelbild herunterladen
 

in die allgemeine Geschichte. 229

lung verschicdner Gesetze, die in verschiedncn Zeitenund Umständen gegeben worden sind. David, Sa-lamon, Je saphat, und Ezechias waren die größtenEifrer für die Gerechtigkeit; man sieht aber nicht,daß sie neue Verordnungen gemacht haben. Diese iB.K.ri,«.rechtschaffnen Fürsten thaten weiter nichts / als daß 5^?^*-sie über die Beobachtung der Gesetze Mosis hielten, ' 'und begnügten sich, deren Beobachtnng auch ihrenNachfolgern anzupreisen. Wenn sie einen einzigenArtikel hinzu oder davon gethan hätten, so wäre dasein Unterfangen gewesen, welches das ganze Volk mitAbscheu angesehen haben würde. Man war dieserGesetze alle Augenblicks benöthigt, nicht allein alleFesttage, Opfer, undgottcsdienstlichen Gebräuche anzu-ordnen, sondern man richtete auch alle öffentlichen Hand-lungen , alle Privatverrichtungen, alle Gerichte, Ver-träge , Erbschaften, Begräbnisse, alle Ordnung in Klei-dungen,und überhaupt alles nach ihnen ein,waS die Sit-ten angieng. Man hatte keine andern Bücher, aus wel-chen man die Lebensregeln erlernte. Man . mußtedarinnen Tag und Nacht lesen, und siudiren, dieSprüche daraus sammeln, und sie beständig vor Au-gen haben. Darinnen lernten die Kinder lesen.Die einzige Regel, welche den Aeltern zur Erziehungihrer Kinder gegeben wurde, war diese, daß sie sie dieBeobachtung dieses heiligen Gesetzes lehren sollten,welches sie allein, von ihrer Kindheit an, weise machenkonnte. Daher sollte das Gesetz auch in den Händenaller Welt seyn. Außerdem daß es ein ieder für 5B Mos^zi/sich besonders fleißig lesen mußte, so wurde dasselbe alle ^sieben Jahre, in dem feyerlichen Ruhejahre, am Lau-berhüttenfeste, wo das ganze Volk acht Tage lang ^^1-,versammelt war, öffentlich verlesen, und, so zu sagen, 1«.^ ''P Z aufs