Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
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228
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228 Bischof Bossuets Einleitung

Nunmehr hatten also die Altäre ihre Diener, dasGesetz seine besondern Vertheidiger, und die Folge desVolkes Gottes wird durch die Folge seiner Hohen-priester bewiesen, welche vom Aaron, dem Ersten un-ter allen, ununterbrochen fortgeht.. Allein das Schönste in diesem Gesetze war dieses,daß es den Weg zu einem herrlichern Gesetze bahnte,das weniger Ceremonien hat, und fruchtbarer anTugendeil ist.

Moses wollte das Volk in der Hoffnung dieses Ge-setzes erhalten, und bekräftigte ihnen die Zukunft desgroßen Propheten, der vom Abraham, Jsaac undjV.Mvs.15, Jacob herkommen sollte. tinnen Propheten, wie^- mich, sagt er, wird der Herr dein Gort dir er-wecken, aus dir und deinen Brüdern; dem solleihr gehorchen. Wer kann dieser Prophet, der,wie Moses, und ein Gesetzgeber, wie er, ist, andersseyn, als der MeßiaS, dessen Lehre dereinst die ganzeWelt anders einrichten, und heiligen sollte?;B, Mos.z4< Bis auf ihn sollte in ganz Israel kein Prophet auf-^' stehen, der, wie Moses, wäre, mit dem Gott vonAngesicht zu Angesicht redete, und der seinein VolkeGesetze geben sollte. Daher hat sich auch das VolkGottes, bis auf die Zeiten des MeßiaS, zu allen Zeiten,und in alleil schweren Fällen, auf keinen andern Pro-pheten, als auf seinen Moses, gegründet. So wieRom die Gesetze des Romulus, des Numa, und diezwölfTafeln, und Lacedamon die Gesetze dcsLycurguserhielt und verehrte, so bezog sich das hebräische Volkallezeit auf die Gesetze Mosis. Dieser Gesetzgeberhatte auch alle Sachen so eingerichtet, daß man nichtnöthig hatte, in seinen Anordnungen ctwaSzu andern.Daher ist auch das Recht der Juden keine Samm-lung