Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
231
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in die allgemeine Geschichte. 231

che die öffentliche Verlesung dieses Gesches zu allenZeiten gehabt hat, sind unzahlbar. Mit eineinWorte, es war ein vortreffliches Buch, das nebsi derGeschichte des Volkes Gottes dasselbe zugleich seinenUrsprung / seine Religion, seine Policen, seine Sitten,seine Philosophie, und alles lehrte, was zur Auffüh-rung des Lebens gehört, und was die Gesellschaften ver-bindet und vereinigt; ein Buch, welches gute und schlim-me Beyspiele, und zugleich die Belohnung der From-men , und die strengen Bestrafungen enthielt, welchedie Sünder empfangen.

Das jüdische Volk, welches aus seiner Sklaverey;B.Mvsbefreyet, und vierzig Jahre lang in der Wüste aufge-halten worden war, wurde durch diese sirenge und vor-treffliche Zucht erst ausgebildet, ehe es in das gelobteLand kam, dasselbe einzunehmen. Moses führte das-selbe an den Eingang; Gott unterrichtete ihn vonseinem bevorstehenden Ende, und er überließ dasje-nige, was noch zu thun übrig war, demIosua. Eheer aber starb, verfertigte er den langen und verwun-dernswürdigcn Gesang, welcher mit den Worten an-fängt: Hörer ihr Himmel, und du Erde nimm zB.Mvs.z-.die tVorre meines Mundes zu Ghren. Unterdiesem Stillschweigen der Natur redet er zuerst zumVolke mit einer unnachahmlichen Starke, und, da erseine Untreue gegen Gott vorhersieht, so entdeckt er«hin die Abscheulichkeit derselben. Auf einmalkömmt er außer sich selbst; alle menschliche Redescheint ihn für einen so wichtigen und großen Gegen-stand zu klein zu seyn. Er erzahlt das, was Gott gesagt hat, und läßt ihn mit einer solchen Hoheit undmit so vieler Güte reden, daß man nicht weis, ob ermehr Furcht uud Verwirrung, oder mehr Liebe und .Vertrauen in uns erweckt.

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