Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
232
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2Z2 Bischof Bossuets Einleitung

Das ganze Volk lernte diesen göttlichen Gesangauf den Befehl Mosis und Gottes auswendig. Die-5B.Mos.zi/ ser große Mann starb darauf ganz zufrieden, als ein1?. 2-. Mann, der nichts unterlassen hatte, unter den Sci-nigen das Andenken der Wohlthaten und GeboteGottes zu erhalten. Er hinterließ seine Kinder mit-ten unter seinen Mitbürgern, ohne ihnen einen Vor-zug vor den andern, oder ein besondres Glück ver-schafft zu haben. Er ist nicht allein von seinem Vol-ke, sondern von allen Völkern in der Welt, bewun-dert worden, und kein Gesehgeber hat iemals unterden Menschen einen solchen Namen gehabt.

Man halt dafür, daß er das Buch Hiob geschrie-ben habe. Die Hoheit der Gedanken, und die Ma-jestät der Schreibart, machen diese Geschichte seinerwürdig. Weil zu befürchten war^ daß die Hebräerhochmüthig werden, und sich die Gnade Gottes al-lein zuschreiben möchten, so war es sehr dienlich, ih-nen zu erkennen zu geben, daß dieser große Gott sei-ne Ausenvähltcn selbst in dem Geschlechte ,Esaushatte. Welche 5ehre konnte wichtiger seyn? Wo-mit konnte Moses ein Volk, das in der Wüste vielausstehen mußte, besser unterhalten, alsmitdcrGe-duld Hiobs, welcher in Satans Hände übergebenwurde, daß er alle Arten von Plagen leiden mußte;welcher sich aller seiner Güter, seiner Kinder, undseines ganzen Trostes auf Erden beraubt sah, undkurz darauf von einer schrecklichen Krankheit befal-len, und in seinem Herzen in die Versuchung geführtwurde,einGottcslästcrerzu werden,und zu verzweifein?Welch Beyspiel konnte für die Jsraeiiten schöner seyn,als das seinige, wenn sie sahen, daß er ungeachtetaller seiner Plagen standhaft blieb, und dadurch zeig-te,