2)6 Bischof Bossuets Einleitung
Nl'g des Friedens/ welches das Wort Salem an-zeigt, regiert hatte. Abraham hatte ihn für den ober-sten Priester auf der Welt erkannt, als wenn Jeru-salem schon von der Zeit an bestimmt seyn sollen, dieheilige Stadt Gottes, und der Sitz der Religion zu
Richt, i/ 21. seyn. Diese Stadt wurde im Anfange den KindernBenjamins gegeben, welche die Jebusaer, die altenEinwohner des Landes, nicht vertreiben konnten, undunter ihnen lebten, weil sie zu schwach, und nicht zah lreichgenug waren. Unter den Richtern waren die Schicksaledes Volkes Gottes verschieden, nachdem ihre Auffüh-rung böse oder gut war. Nach dem Tode der Alten,welche die Wunder der Hand Gottes gesehen hatten,verlohr sich das Andenken dieser großen Werke all-gemach, und die Neigung des ganzen menschlichenGeschlechtes zur Abgötterey riß das jüdische Volk mitsich fort. So oft es abgöttisch wurde, so oft wurdees bestraft; so oft es eine aufrichtige Reue spüren ließ,so oft wurde es befreyt. Der Glaube von der Vor-sehung, und die Wahrheit der Versprechungen undDräuungen ihres Moses wurde in dem Herzen derGlaubigen immer mehr bestätigt. Allein Gott berei-tere ihnen schon größre Beyspiele zu. Das Volkverlangte einen König, und Gott gab ihm den Saul,der wegen seiner Sünden bald verworfeil wurde.Er beschloß endlich, einer Familie die königlicheWürde zu geben, aus welcher der MeßiaS herkom-men sollte, und diese Familie erwählte er aus demStamme Juda. David, ein junger Schafer, derJüngste von den Kindern Iejse, war aus diesemStamme; weder sein Vater, noch seine Familie er-kannten seine Verdienste; allein er war ein Mann nach
i B. d.K.u''. dem Herzen Gottes, und Samuel salbte ihn in seinerVaterstadt/ Bethlehem . Vom