Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
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242
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242 Bischof Bossuets Einleitung

Himmel auf seine überrrundnen Feinde herab^schauen. David erstaunt über ein so großes Schau-spiel/ er wird von der Ehre seines Sohnes ganz außersich entzückt, und nennt ihn seinen Herrn.

Er hat den Herrn gesehen, den Gott gesalbt hatte,daß er durch seine Güte, durch seine Wahrheit, unddurch seine Gerechtigkeit über die ganze Erde herrschensollte. Er ist im Geiste im Rathe Gottes zugegengewesen, und hat aus dem Munde des ewigen Vatersdiese Worte gehört, die er zu seinem Sohne spricht:-Heute habe ich dich gezeuget, zu welchen Gott nochPs.-, i.s.4. die Zusage eines ewigen Reiches hinzusetzte: schwill9'^' dir die Heiden zum Erbe geben, und der XVelr,Ende zum Eigenthums; die Völker robenvergebens, und vergebens rarhschlagen dieHerren mit einander wider den Herrn und seinenGesalbten. Der Herr lacht im Himmel über ihrethörichten Anschläge, und bestätigt das Reich desMeßiaS wider ihren Willen. Er seht ihn über sieselbst zum Herrscher ein, lind sie müssen die ersteil Un-terthanen des MeßiaS werden, dessen Joch sie von sichwerfen wollten. Aber obgleich Gott das Reich diesesgroßen MeßiaS in den Schriften des alten Testamentesunter den prächtigsten Abbildungen vorstellen lassen, sohat er dem David doch auch die Schmach dieses seinesgebenedeyten Sohnes nicht verborgen. Dieser Unter-richt war dem Volke Gottes nöthig. Es war nöthig,dieseannoch schwache Nation durch zeitliche Verheißungenzu Gott zu locken ; unterdessen mußte sie doch Gottdie menschliche Hoheit, nicht als die größte Glückselig-keit, und nicht als die vornehmste Belohnung derTugend ansehen lassen. Darum zeigt ihm Gott den sooft versvrochnen,und erwünschtenMeßias,dicsesMuster

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