Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
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278
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278 Bischof Bossuets Einleitung

nen malen die Waffen wider ihr eignes Vaterland er-griffen. Dieses war zeither unerhört, aber in denZach. 14,4. Prophezeiungen ausdrücklich vorhcrverkündigt wor-den. Aber mitten unter so vielen Uebeln machte siedas Vertrauen zu Gott unerschrocken und unüberwind-lich. Das Volk war unter ihrer Anführung immerglücklich. Endlich wurde es zu den Zeiten Simonsvon dem Joche der Heiden besreyt, und ward mit derEinwilligung der Könige in Syrien ihm und seinenKindern unterthanig.

Die öffentliche Schrift, in welcher das Volkdem Simon die öffentliche Macht überlaßt, und ihmdie königlichen Rechte giebt, ist merkwürdig. DieseVerordnung enthalt diese Worte: Simon sollterMcc.1414. chr Fürst und Hoderpriester für und für seyn,so lange bis ihnen Gocr den rechten Prophetenerweckte.

Das Volk war vom Anfange her an eine göttlicheRegierung gewohnt, und wußte wohl, daß die unum-schränkte Gewalt dem Hause Davids gehörte, nach-dem ihn Gott einmal auf den Thron gesetzt hatte. Siewußten, daß sie ihm zu den Zeiten des Meßias wiederge-geben werden sollte; darum gaben sie den Hohenprie-stern diese Gewalt mit einer solchen Einschränkung,und lebten unter ihnen voll Hoffnung auf den so oftversprochncn MeßiaS.

Auf diese Weife gebrauchte sich dieses ganz freyeKönigreich seiner Rechte, und seßte in die Regierungein, wen es wollte. Die Nachkommenschaft Jacobsnämlich der Stamm Iuda, und die übrigen Israeli-ten, welche sich unter seine Fahne begaben, erhielt sich,als ein besondrer Staat, und blieb im ungestörten und

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