in die allgemeine Geschichte. 529
sind die Erstlinge dieses Volkes Keilig, so istauch der Teig heilig; und so die lVurzel heiligist, so sind auch die Zweige heilig. Ob nungleich etliche von den Zweigen zerbrochen sind,und du Heide, da du ein wilder Oelbaum wä-rest, umer sie gepfropfet, und der vpurzel unddes Safres im Delbaume theilhaftig gewordenbist, so rühme dich doch nicht wider die Zwei-ge. Rühmest du dich aber wider sie, so sollstdu wissen, daß du die Wurzel nicht tragest,sondern daß dich die vpurzel tragt. Du sprichstvielleicht: die Zweige sind zerbrochen, aufdaßich hinein gepfropfec würde. Das ist wahr ge-redr. Sie sind zerbrochen um ihres Unglau-bens willen; du stehest aber durch den Glau-ben: Sep nicht stolz, sondern fürchre dich.Hat Gott der natürlichen Zweige nicht ge-schont, so fürchte, daß er vielleicht auch dichnicht verschone.
Wer sollte nicht zittern, wenn er die Worte diesesApostels hört? Sollten wir über die Rache nicht er-zittern > die seit so vielen Jahrhunderten so schrecklichüber die Juden ausgebrochen ist, und noch fortdauert,da uns Paulus auf den Befehl Gottes sagt, daß unsunsre Undankbarkeit eine eben so schreckliche Strafezuziehen kann. Allein wir wollen die Folge dieser ho-hen Lehre anhören. Der Apostel fährt fort zu den be-kehrten Heiden zu reden: Darum schauec an die R?m>Güre und den Ernst Gottes; den Ernst andenen, die gefallen sind; die Güre aber andir, so fern du an der Güte bleibest; sonstwirst du auch abgehauen werden. Jene, sosie nicht bleiben in dem Unglauben, werden
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