ZZ2 Bischof Bofsuets Einleitung
so ist es darum geschehen, daß er sich eurer erbarmenwollte. Allein was die Wahl anbelangt, durch wel-che sie seit der Zeit des mit Abraham aufgerichtetenBundes erwählt sind, so bleiben sie ihm wegen ihrerVäter immer noch lieh. Denn die Gaben Gottes undsein Beruf gereuen ihn uicht. Gleicherweise, wieauch ihr vordem an Gott nicht geglaubt, min aberwegen des Unglaubens der Juden Barmherzigkeitüberkommen habt, weil euch Gott erwählte, um siezu erseßen: So haben die Jüden auch nicht geglaubt,daß euch Gott Barmherzigkeit wiederfahren lassenwollte, auf daß auch sie Barmherzigkeit überkommenmöchten. Denn Gott hat alles unter dem Unglaubenbeschlossen, auf daß er sich aller erbarme, lind damitsie alle erkennen möchten, wie nöthig sie seiner Gnadehätten. O welch eine Tiefe des Reichthums beydeder Weisheit und des Erkenntnisses Gottes! Wiegar unbegreiflich find seine Gerichte, und unerforsch-lich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn er-kannt ? Oder wer ist sein Nachgebet- gewesen? Oderwer hat ihm etwas zuvorgegeben, das ihm wiedervergolten werde? Von ihm und durch ihn, und zuihm sind alle Dinge. Ihm sey Ehre in Ewigkeit!Amen!
Das ist es, was Paulus von der Wahl der Jü-den, ihres Falles, ihrer Wiederkehr, und endlich vonder Bekehrung der Heiden gesagt hat, die berufen wer-den, um ihre Stelle einzunehmen, und sie endlich zu demihren Vätern versprochnen Segen wieder zurückzufüh-ren, nämlich zu Christo, den sie verleugnet haben.Der Apostel zeigt uns die Gnade, die von Volk zuVolk geht, und alle Völker durch die Furcht, sie zuverlieren, vereinigt. Er zeigt uns ihre unüberwind-