in die allgemeine Geschichte. 34-
Man hat unter den Juden auch noch andre sehr alteSchriftsteller,deren Zeugnisse sie sehen sollcn.Sie habenalte Ausleger über die heilige Schrift, und unter an-dern die chaldaischen Umschreibungen, die sie an ihreBibeln drucken lassen. Sie haben ihr Glaubens-buch, das sie den Talmud nennen, und nicht weniger,als die Schrift selbst, verehren. Das ist eine Samm-lung von Abhandlungen und AuSsprüchsn ihrer altenLehrer, und obgleich die Theile, aus denen dieses gros-se Werk besteht, nicht alle von einem gleichen Altersind, so haben doch die letzten von denen, die darinnenangeführt werden, in den ersten Jahrhunderten der Kir-che gelebt. Hier sieht man unter einer unzahligenMenge unverschämter Fabeln, die sich gleich nach denZeiten unsers Heilandes anfangen, schöne Ueberbleib-sel von den alten Sagen des jüdischen Volkes, und zu-gleich in ihnen Beweise zu ihrer Ueberzeugung.
Anfangs ist es selbst nach dem Geständnisse der Ju-den gewiß, daß die göttliche Rache niemals schreckli-cher, noch deutlicher über sie ausgebrochen ist, als beyder lehtcn Verwüstung.
Das ist eine beständige Sage, die in ihrem Tal-müde bezeugt, und von allen ihren Rabbinen bestätigtwird, daß man vierzig Jahre vor der Zerstörung derStadt Jerusalem , also ungefähr um die Zeit des To-des unsers Heilandes, ohne Unterlaß im Tempel ganzbefremdliche Dinge bemerkt habe. Alle Tage gescha-hen neue wundervolle Anzeichen darinnen, daß auchein berühmter Rabbi Johanam,Zacai Sohn, eines Ta-ges ausrief: O Tempel, c> Tempel, was bewegcdich ? Und warum seyest du dich selbst in Schre-cken*? P z Was
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