in die allgemeine Geschichte. 54z
Wort: 5Veh über Jerusalem ! Er wurde gefan-gen gesetzt, befragt, und von der Obrigkeit zur Geif-selung verdammt; aber bey einer ieden Frage, bey ei-nem jeden Streiche antwortete er, ohne sich jemals zubeklagen: N?eh über Jerusalem ! Er wurde, alsein Unsinniger, wieder losgelassen, undliefim ganzenLande umher, und wiederholte seine traurige Prophe-zeiung. Er setzte sieben Jahre nach einander sein Ge-schrey forh ohne nachzulassen, ohne daß seine Stim-me ermattete. Zur Zeit der letzten Belagerung vonJerusalem schloß er sich in die Stadt ein, liefuner--müdet um die Mauern herum, und rief aus aller Ge-walt : N>el) dem Tempel! tVeh der Stadt!lVeh dem ganzen Volke! Endlich setzte er hinzu:tVeh auch mir! und zu gleicher Zeit wurde er durcheinen Steinwurf getödtet.
Sollte man nicht sagen, Monseigneur, daß sichdie göttliche Rache diesem Menschen gleichsam sicht-bar gezeigt habe, der nur lebte, um ihre schrecklichenUrtheile zu verkündigen; daß sie ihn mit ihrer Krafterfüllt zu haben scheine, damit sein Geschrey dem ge-drohten Unglücke des Volkes gleichen möchte; daß erendlich durch eine Wirkung dieser lange vorher vonihm verkündigten Rache Gottes habe umkommen müs-sen, um sie noch fühlbarer und, so zu sagen, gegen-wärtiger zu machen, wenn er nicht allein ihr Prophetund Zeuge, sondern auch ihr Opfer wäre?
Dieser Prophet, welcher das Unglück Jerusalems weißagte, hieß Jesus . Eö schien, als wennder Name Jesus , der Name des Heiles und des Frie-dens , den die Juden in der Person unsers Heilandesverachteten, ihnen zu einer unglücklichen Vorbedeu-tung werden sollte; und daß Gott diesen Undcmkba-
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