Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
347
Einzelbild herunterladen
 

in die allgemeine Geschichte. 547

unschuldig wäre. Mitten unter diesen schrecklichenUnfällen glaubten sie den falschen WeißagunM, wel-che ihnen die Herrschaft über den Erdkreis versprachen.Was noch mehr ist, die Stadt war schon eingenorwnien; das Feuer wütete schon auf allen Seiten, und dieseUnsinnigen glaubten doch den falschen Propheten noch,welche sie versicherten, daß die Stunde ihres Heiles ge-kommen wäre, nur damit sie immerwiderstehcn und sichaller Barmherzigkeit unwürdig machen sollten. Eswurde auch in der That alles t mgebracht; die Stadtwurde von Grund aus zerstört, einige Ueberbleibsebvon Thürmen ausgenommen, die Titus zum Anden-ken für die Nachkommenschaft stehen ließ, Kurz esblieb kein Stein auf dem andern.

Sie sehen also, Monselgneur, über Jerusalem -eben dieselbe Rache ausbrechcn, welche diese trotzigeStadt unter dem Zedekias verwüstet hatte. Gortsendet den Titus sowohl, als den Nebucadnezar, unddie Iüden kommen auf eben dieselbe Weise um. Mansieht in Jerusalem eben den Aufruhr, eben den Hun-ger, eben das äußerste Unglück, eben dieselben Wegezu ihrer Rettung, eben dieselbe Verführung, eben dieHalsstarrigkeit, ebendenselben Untergang. Damitsich alles gleich seyn soll, so wird der andre Tempelvom Titus in eben demselben Monate und an ebendemselben Tage verbrannt, an dem er das erstemalvom Nebucadnezar eingeäschert worden ist. Es muß-te alles deutlich bezeichnet seyn, damit das Volk janicht an der göttlichen Rache zweifeln sollte *.

Es sind unterdessen unter diesem zweymaligen Un-tergänge der Stadt merkwürdige Unterschiede, die abernichts anders, als eine größrc und strengere Gerech-tigkeit

"°Io5t!l,li. 6e Kell. lucl. ibiä.