Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
348
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?48 Bischof Bossuets Einleitung

tigkeit Gottes bey der letzten Zerstörung anzeigen. Ne-bucadnczar ließ den Tempel anstecken; Titus aber thatalles, um ihn zu retten, ob ihm gleich seine Räthe vor-stellten, daß, so lange er stehen bliebe, die Juden, welcheihrganzes Glück daran fanden, nicht aufhören würden,Rebellen zu seyn. * Allein der unglückliche Tag wargekommen; der zehnte August war es, der den Tem-pel des Salamo schon hatte brennen sehen. Ungeach-tet der scharfen Gebote, die Titus vor den Römern,und vor den Juden hatte ergehen lassen ; ungeachtetder natürlichen Neigung der Soldaten, so viele Reich-thümer lieber zu plündern, als im Rauche auffliegen zulassen, so wurde doch, wie Iosephus sagt, ein Sol-dat von einer göttlichen Begeisterung angetrieben,sich von einem andern an ein Fenster heben zu lassen, undFeuer in diesen prächtigen Tempel zruverfen. Titus eiltherbey;TituS befiehlt, daß man die ausbrechendenFlam-incn auslöschen soll. Allein sie nimmt in einem Au-genblicke Ueberhand, und dieses verwundernswürdigeGebäude wird in Asche verwandelt.

Wenn die Verhärtung der Juden unter dem Zede-kias die schrecklichste Wirkung, und das untrüglichsteMerkmal von der göttlichen Rache gewesen ist, wassollen wir von ihrer Verblendung zu den Zeiten desTitus sagen? Bey der ersten Zerstörung Jerusalems waren die Juden zum wenigsten noch unter einander ei-nig ; bey der letzten Belagerung und Verwüstung aberwurde die Stadt durch drey innerliche feindliche.Rottenzerrüttet. Ihr Haß gegen die Römer schweifte biszur Raserey aus; allein sie waren darum nicht wenuger erbittert unter einander. ** Der Streit ausser der

Stadt

. * lolepl,, 6e Kell. luä, ilzicl. A. ,<?.IvtexK. Ubr. VI. VII.