Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
362
Einzelbild herunterladen
 

562 Bischof Bossuets Einleitung

schonten, das sie vertilgen wollten. Da also Jerusalem belagert wurde, so war es mit so vielen Götzenbildern um-geben, als römische Fahnen wehten, und man hat nie-mals so viele Greuel der Verwüstung an dem Orte, rvosie nicht seyn sollten, nämlich in dein heiligen Landeund um Jerusalem Heruni gesehen, als damals.

Ist also dieses das große Zeichen, wird man sa-gen, welches Jesus Christut geben wollte? War da-mals zur Flucht Zeit, als Titus Jerusalem belager-te, und die Gegenden umher so wohl besetzte, daß kei-ne Gelegenheit mehr vorhanden war, dem Schicksa-le der Stadt zu entweichen? Hier ist das Wunderba-re in der Prophezeyung. Jerusalem ist in diesen Zei-ten zwcymal belagert worden; zum erstenmale vomCestius, dem Statthalter in Syrien , im 68 Jahreunsers Heilandes; zum andcrnmal^ vom Titus, vierJahre hernach, nämlich im ?2sten Jahre. Beyderletzten Belagerung war keine Gelegenheit mehr da,zu entfliehen. TituS führte den Krieg mit einem all«zugroßen Eifer; er überfiel Jerusalem , da die ganzeNation am Ostertage in der Stadt beysammen war;niemand konnte ihm nunmehr entgehen. Die schreck-liche Wagenburg, die er um die Stadt schlug, ließden Einwohnern keine Hoffnung mehr übrig. Aberbey der Belagerung des Cestius verhielt sich solchesnicht also. Er hatte sein Lager fünfzig Stadien, beynahesechs Meilen weit von der Stadt aufgeschlagen. Sei-ne Armee breitete sich um die Stadt herum aus, ohnesich zu verschanzen, und er führte den Krieg so nach-laßig, daß er die Gelegenheit versäumte, die Stadteinzunehmen, ob ihm gleich das Schrecken, die Meu-tereyen, und selbst seine heimlichen Verständnisse miteinigen in Jerusalem die Thore öffneten» Um diese