Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
372
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572 Bischof Bofsuets Einleitung

Versammlung der Juden rächen, welche gleichsamder vom Moses gestifftete Senat, und der bestandigehohe Rath der Nation war, wo die oberste Herrschaftausgeübt wurde.Denn er hatte sich vor dieser Versamm-lung stellen müssen, ehe er König geworden war. Er griffnachher diesen großen Senat an, um die oberste Gewaltallein an sich zu reißen, und nach und nach verlohr der-selbe alles Ansehen, von dem ihm ioenig übrig war, alsJesus Christus auf der Welt erschien. Die Angele-genheiten dieses Senates verschlimmerten sich immermehr unter den Kindern Herodis, bis das Königreichdes Archclaus, wovon Jerusalem die Hauptstadt war,zu einer römischen Provinz gemacht, und von Statt-haltern regiert wurde, die die Kaiser dahin sendeten.In diesen unglücklichen Umstanden behielten die Ju-den so wenig Gewalt über Tod und Leben, daß sie zumPilatus ihre Zuflucht nehmen mußten, als sie JesumChristum durchaus getödtet haben wollten. Als ihnendieser schwache Statthalter zur Antwort gegeben hatte,daß sie ihn selbst zumTode verurtheilen sollten,so antwor-Ioh. -s, teten sie alle mit einer Stimme: wir dürfen nieman--And.^' den rödren. Eben so bedienten sie sich der Gewalt24. des Herodes, da sie dem heiligen Jacobus, dem Bru-der des heiligen Johannes, das Leben nahmen, und denheiligen Apostel Petrus in das Gefängniß seßten. Alssie den Tod des heiligen Paulus beschlossen, so über-lieferten sie ihn in die Hände der Römer, wie siees mit Jesu Christo gemacht hatten, und das gottes-lästerliche Gelübde einiger falschen Eifrer unterihnen, welche geschworen hatten, daß sie nicht eheressen und trinken wollten, bis sie den heiligen Apo-stel umgebracht hatten, zeigt zur Gnüge, daß sieEbenda, die Gewalt, einen gerichtlich todten zu lasse», nicht

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