Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
374
Einzelbild herunterladen
 
  

Z74 Bischof Bossuets Eiuleitung

fern mehr wäre / wo aus Judaa der Beherrscher derganzen Erde herkommen würbe.

Tacitus und Svetonius erzählen dieses Gerüchte,als eine Sache, die durch eine allgemeine Meynung,und durch eine alte Weißagung bestätigt worden sey,die man in den heiligen Büchern des jüdischen Volkesfinde *. Diese Bücher stunden im ganzen Orientein einem großen Ansehen; denn man hatte gesehen,daß die Weißagungen derselben bey so vielen Gele-genheiten ersüllt worden waren. Die Juden, dieauf die Umstände noch mehr Acht hatten, die in denSchriften des alten Bundes vornehmlich zu ihrem Un-terrichte aufgeschrieben worden waren erkannten dieZeiten des Meßias, die Jacob in Hie Zeit ihres Ver-falles gesetzt hatte. Es waren also die Anmerkungenrichtig, die sie über ihren Zustand machten; sie irrtenin Ansehung der Zeit des Meßias nicht, und sie er-kannten, daß er dazumal kommen müßte, als er wirk-lich gekommen ist. Allein wie groß ist nicht dieSchwachheit des menschlichen Verstandes! Wie un-vermeidlich ist die Blindheit des Menschen, wenn ereitel ist! Die Niedrigkeit des Erlösers verbarg die-sen Hochmüthigen die wahre Größe, die sie an demMeßias suchen sollten! Sie wollten/ daß er ein Kö-nig , wie andre Könige der Erde, seyn sollte! Darumsagten die Schmeichler des ersten Herodes, die vonder Größe und Pracht dieses Prinzen verblendet wa-ren, der, ungeachtet seiner Tyrannei), Judäa bereicherte,

Matth, -/'6 er wäre dieser so oft vexsprochne König"*. DiesesMarc.z,i6

>z,iz. »

» 8uet. Veü>-i5.1'zc. Ilbr.V. IiIK. c, iz. lolepk. äe belloJucl. VII. ii. ^leZellpp 6e exclä. ^er. V. 45.LxixK. Ilbr. I. N-r. so. Hero^.