in die allgemeine Geschichte. 577
viele Wunder bestätigt hatte, so verwarfen ihn dennochdiese Verblendeten, weil er nur diejenige wahre Größeund Hoheit besaß, die von allem äußerlichen Pompe ent-blößt ist, der in die Sinne fällt, und weil er mehrin der Absicht kam, ihren blinden Hochmuth zu ver-dammen, als ihn zu rechtfertigen und zu befriedigen.
Zuweilen schien es, als ob sie, ungeachtet ihrerBlindheit, von den Umständen der Zeit gezwungenwürden, ihre Vorurtheile fahren zu lassen. Alles xucschickte sich zu den Zeiren unsers Hcilandes zur Offen-Jod-barung des Mesiias so deutlich an, daß sie auf dieVermuthung fielen, Johannes, der Täufer, könnte eswohl seyn. Seine strenge, außerordentliche, undverwundsrnswürdige Lebensart machte sie aufmerksam,und ob ihm gleich die weltliche Hoheit mangelte, soschien es doch Anfangs, als ob sie sich mit dem Aufsehenbegnügen wollten das diese so erstaunenswerthe Lebenö-o.t machte. Das Leben unsers Erlösers hatte eine ed-le Einfalt an sich, und machte nicht so viel Aufsehen,schreckte aber auch diese sinnlichen und dabey stolzenGeister ab, welche nur durch die Sinne gewonnen wer-den konnten, und so weit von einer aufrichtigen Be-kehrung entfernt waren, daß sie nichts bewundern woll-ten, als was sie für unnachahmlich ansahen. Manglaubte also dem heiligen Täufer Johannes nicht, denman für würdig hielt,der Meßias zu seyn, als er ihnenden wahren Christus zeigte, nnd Jesus Christus , denman nachahmen mußte, wenn man an ihn glaubenwollte, schien den Jüden allzuniedrig zu seyn, als daßman ihm anhangen sollte.
Unterdessen war der Eindruck der Wahrheit, daßJesus Christus um diese Zeit erscheinen sollte, so starkbey ihnen, daß er beynahe ein ganzes Jahrhundert jni., Aas ihren