Teil eines Werkes 
[Theil 1] (1748) Discours sur l'histoire universelle <dt.>
Entstehung
Seite
378
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578 Bischof Bosiuets Einleitung

ihren Gemüthern unverändert blieb. Sie glaubten,daß die Erfüllung der Prophezeyungen einen gewissenUmfang haben könnte, und nicht allezeit ganz in ei-nen genau bestimmten Zeitpunkt eingeschlossen seynm/ißte, so daß beynahe hundert Jahre hindurch vonnichts als falschen Christen, die sich AnHanger mach-ten, und falschen Propheten, die sie ankündigten, gere-det wurde. In den vorhergehenden Jahrhundertenwar so etwas nicht gesehen worden, und die Iüdenverschwendeten den Namen Christus weder an den Ju-das Maccabaus, der über ihren Tyrannen so vieleherrliche Siege davon trug, noch an seinen BruderSimon, der sie vom Joche der Heiden befreyte,noch andenHircan, der feine Eroberungen noch weiterausbreitete. Die Zeiten, und die andern Kennzei-chen des Meßias trafen hier nicht ein; es wurde nurin dem Jahrhunderte Jesu Christi von so vielen fal-schen Heilanden geredet. Die Samaritaner, welche imPentateuchus die Weißagung Jacobs lasen, hatten ihrefalschen Meßias sowohl, als die Iüden, und kurz nachdem Tode unsers Heilandes erkannten sie ihren Dosi-theus dafür*. Simon, der Zaubrer, der aus eben die-sem Lande gebürtig war, rühmte sich auch, GottesSohn zu seyn, und Menander, sein Schüler, gabsich für den Erlöser der Welt aus. Da Christus nochlebte, hatte das samaritanische Weib geglaubt, daßIoh. 4, -5> der Meßias kommen sollte; so allgemein wark^X^ unter der Nation, und unter allen deneu, die die Weißa-gung Jacobs lasen, daß der Heiland der Weit in diesenZeiten kommen müßte.

Als aber die Zeit 'so weit verflossen war, daßman keine Hoffnung mehr haben konnte> und die-

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* OriZ. In rraA. 17. in IVlacrli. Iren. 1.10. !l.